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Freitag, 30. September 2016

Die Tage, die ich mit Gott verbrachte

Kunstmann
Axel Hacke
Die Tage, die ich mit Gott verbrachte
Kunstmann

Autor: Axel Hacke lebt als Schriftsteller und Kolumnist des Süddeutsche Zeitung Magazins in München. Er gehört zu den bekanntesten Autoren Deutschlands, seine Bücher sind in zahlreiche Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien Das kolumnistische Manifest. (Quelle: Kunstmann)

Ein Mann, welcher aus beruflichen Gründen in eine andere Stadt musste, befindet sich gerade auf dem Weg nach Hause. Auf seiner Zugfahrt schaut er aus dem Fenster in die dunkle Nacht hinaus. Also eigentlich schaut er eher sein Spiegelbild im Fenster an. Wie der Mann so da sitzt und sein Spiegelbild anschaut, passieren plötzlich merkwürdige Dinge. Als er zu hause angekommen ist, erzählt der Mann seiner Frau und dem Kind sofort seine irre Geschichte. Diese lobten ihn daraufhin für seine tolle Vorstellungskraft. Der Mann jedoch war sich gewiss, dass ihm all das wirklich passiert sei und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Das Buch ist in keinerlei Kapitel unterteilt, es gibt lediglich hier und da mal einen Absatz der gemacht wird. Außerdem finden wir auf manchen Seiten ein Bild, gezeichnet von Michael Sowa. Diese Bilder geben den Inhalt wieder und sehen aus, als wären sie wie ein Ölgemälde gemalt.  Die Story des Buches ist dabei leicht und flüssig zu lesen, weshalb die 104 Seiten auch innerhalb eines Tages leicht zu schaffen sind. Jedoch sollte die Länge des Buches nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass es sich um ein gelungenes Werk handelt, das einen länger beschäftigen kann. Denn auch außerhalb des Buches fängt der Leser an, sich seine eigenen Gedanken bezüglich des Erlebten zu machen (zumindest kann das Buch als Anstoß dazu dienen). Die Dialoge zwischen Gott und dem Mann sind dabei keinesfalls immer voller Ernst und stolz, sondern stecken voller Humor und Selbstkritik. Am Ende des Buches bleibt dem Leser offen, ob alles nur eine toll ausgedachte Story des Mannes war oder er es wirklich genau so erlebt hat.

Cover: Das Buch hat ein Hardcover, welches völlig in Cremefarben gehalten ist. Der Schutzumschlag jedoch zeigt eine Szene aus dem Buch. So sehen wir einen Hund und eine Katze, die zusammen eine Zigarette rauchen. Außerdem sehen wir 2 Herren, welche die Straße entlang gehen. Mittig über dieser Szene befindet sich dann der Titel sowie die Angaben zum Autoren und Zeichner. Die Rückseite des Schutzumschlags ist dann in derselben Farbe wie das Hardcover gehalten.

Fazit: Ein kurzes aber dennoch tolles Buch. Ein Gedankenexperiment, wie es sein könnte wenn Gott auf die Erde kommen würde. Gott der auf humorvolle Art und Weise selbstkritik an sich und seinen Werken übt und dabei den Leser noch zum Nachdenken animiert. Allenfalls der Preis von 18 Euro ist etwas abschreckend, schließlich bekommt man für den Preis schon 2 Bücher. Dies sollte jedoch kein Argument sein, dass Buch im Regal zu lassen. Ich kann das Buch nur empfehlen und vergebe daher 5/5 Sterne.

Klappentext: Wenn einer von einem fremden alten Mann von der Parkbank geschubst wird, auf die eine Sekunde später ein schwerer Glasglobus mit Metallfuß kracht, fängt er an sich zu wundern. War das Absicht, dass der Alte ihn gerettet hat? (Andernfalls wäre er ja tot gewesen, erschlagen von der Welt.) Und wer ist der Mann mit dem grauen Mantel, der jetzt dauernd auftaucht und Nähe sucht, ganz allgemein zu den Menschen, zum Erzähler aber im Besonderen? Er zieht in Hauswänden Schubladen auf, die vorher nicht da waren und in denen sich Welten verstecken, von denen auch niemand eine Ahnung hatte. Er lässt die steinernen Löwen vor der Feldherrnhalle durch Reifen springen und dirigiert kleine Regenwolken bei heiterstem Himmel herbei – und das ist alles nur der Anfang einer so großartigen wie versponnenen Geschichte voll seltsamster Ereignisse. Dieser melancholische Alte, der gerne ein Glas Champagner trinkt: Ist das Gott, der die Einsamkeit des Universums satt hat? Ist es möglich, dass einmal nicht die Menschen Trost bei Gott suchen, sondern er bei ihnen? Ausgerechnet in diesen Zeiten? Oder, mehr noch, sogar Verzeihung, Versöhnung angesichts der eigenen unvollkommenen Schöpfung? Gott: ein Spieler, ein Künstler, ein reuiger Mann? In diesem Fall gibt es einiges zu besprechen. Und zu bestaunen, in den Tagen mit Gott. (Quelle: Kunstmann)       

Autor: Axel Hacke
Titel: Die Tage, die ich mit Gott verbrachte
Verlag: Kunstmann
Genre: Roman
Seiten: 104
Preis: 18,00
ISBN: 978-3-95614-118-8

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